Chemieunfall China Nov05

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Die Randmeldungen-Katastrophe

Was in den 80ern noch die Gemüter schockierte und zu radikaler Kritik an Wachstumslogik und Industriegesellschaft aufrührte, erscheint heute in den Zeitungen allenfalls noch als Randmeldung – so ist es zumindest beim Chemieunfall von Jilin (China), der seinen Anfang nahm durch eine Serie von Explosionen am 13. November 2005 im Petrochemikalienbetrieb No.101 der Firma Jilin Petroleum and Chemical Company (Tochterunternehmen von PetroChina). Fünf Arbeiter starben in Folge der Explosionen im Chemiewerk, Dutzende wurden verletzt und mehrere Tausend Bewohner der Stadt Jilin mussten evakuiert werden. Dabei wurde auch der Songhua-Fluss, ein Zufluss des Amur mit krebserregendem Benzol und Nitrobenzol stark verseucht. Nach offiziellen Angaben wurden etwa 100 Tonnen Benzol in den Fluss ausgestoßen und ein 80 Kilometer langer Giftteppich entstand auf dem Fluss. Am 21. November wurde das Trinkwasser in der chinesischen Millionen-Metropole Harbin abgestellt, da dies direkt aus dem Songhua Jiang bezogen wird. Zunächst wurde die Abschaltung des Wassernetzes mit Wartungsarbeiten erklärt. Jedoch gab der Stadtrat am selben Tag noch eine Erklärung aus, die die Abschaltung auf Grund der Verseuchung des Songhua Jiang zurück führte. Am 24. November erreichte der Giftteppich dann tatsächlich die Großstadt Harbin. Die Stadtverwaltung ließ die Preise für Trinkwasser in Geschäften auf den Stand des 20. November festlegen, um einem Preisanstieg vorzubeugen. Mitte Dezember wurde Russland vom Giftteppich erreicht, der sich in der Folge auf die Großstadt Chabarowsk zubewegt. Russland kündigte bereits an, Schadensersatzforderungen an China zu stellen.

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