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G8 – 2007 in Heiligendamm/ Deutschland: Jetzt schon ein Thema für die Linke? Bericht vom „Camp Inski“ und Bedeutung des Widerstandes gegen den G8 2007 in Heiligendamm

Vom 4.-13. August fand 30km von Heiligendamm entfernt das „Camp Inski“ statt. Jenes sollte zur Vernetzung, zur Diskussion und dem Austauschen von Informationen dienen. Im folgenden Text werde ich über das Camp berichten.

Erstmal waren die OrganisatorInnen und wir froh, das nach langer Suche ein geeigneter Platz zum campen gefunden war. Grüne Männchen und Weibchen behinderten die Suche durch massives Einschüchtern von Menschen die uns einen Platz geboten hätten. Daher war das Gelände in der Gemeinde Steinhagen (5 Familien und Bullen (nein nicht die – direkt am Gelände waren männliche Kühe)) eine der letzten Möglichkeiten.Daher sah es auch von Infrastruktur dementsprechend schlecht aus. Busse fuhren erst ab Kirch Mulsow, was ca. 5km entfernt war, und dort auch nur sehr selten. Auch musste eine Wasserleitung extra gelegt werden, die uns 2000 Euro kostete. Und um dem urmenschlichsten Bedürfnis nachzukommen – eine große Anzahl Dixi-Toiletten. Circa 250 G8-GegnerInnen lebten, liebten und arbeiteten dort. Für Versorgung sorgten zwei Vokü-Teams (aus Hamburg und Hannover); das Essen wurde gekauft, containert, geschenkt und von freundlichen Öko-Bauern uns gegeben (wir mussten es nur noch pflücken). Auf dem Camp-Gelände gab es einen seperaten FrauenLesbenTransgender-Bereich, ausserdem ein „Festzelt“für Großplenas/Konzi/etc., und mehrere kleinere Zelte für Workshops.

Kurzberichte zu den einzelnen Tagen: * Am Samstag (5.8.) gab es zunächst ein großes Auftaktplenum, danach etliche Workshops zu verschiedenen Themen. Am Sonntag gab es wiederum hauptsächlich Workshops Am Montag wurden wieder div. Workshops angeboten, ausserdem zogen etliche Menschen in die Umgebung um die Bevölkerung über den G8 „aufzuklären“ (Door-knocking). Dienstags hauptsächlich Workshops, sowie eine Antira-Demo in Rostock. Wer mehr wissen will, hier gibt´s ein Video: http://de.indymedia.org/2006/08/154461.shtml Mittwochs war der „Themenkomplex Landwirtschaft“ auf dem Plan, ausserdem das große Zwischenplenum Donnerstags waren wieder hauptsächlich Workshops angesagt Freitag war ein kollektiver Badetag – an dieser Stelle einen herzlichen Dank an die deutsche Bahn AG die uns eine ganze Zeitlang kostenlos mitfahren liess. Mehr Informationen dazu im Internet: http://de.indymedia.org/2006/08/154663.shtml Desweiteren wurde in Schwerin die Ausstellung des Nazikünstlers und Hitlergünstlings Arno Breker „geschlossen“. Breker hat sich nie von seiner Zeit im Nationalsozialismus distanziert. Mehr gibt's hier: http://de.indymedia.org/2006/08/154678.shtml. Leider konnte mensch dadurch die Stadtoberen nicht dazu bewegen die Ausstellung komplett zu schließen. Am Samstag fuhr ein Teil der Aktivisten nach Wismar, um im Rahemn der Kampagne „Keine Stimme den Nazis“ auf rechte Aktivitäten in Wismar und den drohenden Einzug der NPD in den Landtag von McPomm aufmerksam zu machen. Vor einem Naziladen versuchten Kahlrasierte den Demozug mit neuen Alu-Baseballschlägern anzugreifen, diese wurden unter gezogenen Waffen der Staatsgewalt verhindert. Weitere Infos unter: http://www.links-lang.de/, sowie http://de.indymedia.org/2006/08/154975.shtml

Während der ganzen Zeit wurden wir selbstverständlich nicht alleine gelassen – in einem gewissen Sicherheitabstand parkten an den verschiedenen Zufahrten jeweils ein Auto mit Beamten denen langweilig war – sprich: der Staatsschutz/ Verfassungsschutz hatte wieder einmal wieder zuviel Zeit. Von Seiten des Staates ging eine eher deeskalierende Politik aus. Zu größeren Auseinandersetzungen kam es nicht, dennoch gab es auf dem Rückweg von Heiligendamm zu einem unnötigen Pfefferspray- und kurzem Knüppeleinsatz durch Robocops des BFE (Beweissicherungs- und Festnahmeeinheit) in der Bahn. [Der Bericht ist rein subjektiv und erhebt selbstverständlich keinen Anspruch die Wahrheit oder die Meinung anderer Menschen wiederzuspiegeln. Wer andere Beobachtungen gemacht hat – der beschwert sich bitte!]

Warum jetzt schon thematisieren?

Zunächst ist es wichtig die Bedeutungen und Auswirkungen des globalen Kapitalismus in den eigenen Strukturen und Zusammenhängen zu thematisieren und zu diskutieren. Der jährliche G8-Gipfel kann dabei nur ein Anknüpfungspunkt sein. Der Kapitalismus lässt sich nicht personalisieren (und das ist auch gut so....remember '33-'45!) von daher ist es Selbsbetrug sich nach dem G8 zurückzulehnen und sich darüber freuen wie mensch es dem Kapitalismus „gezeigt“ hat. Der Kapitalismus lässt sich nur durch einen persönlichen Lebenswandel eines jeden delegitimieren. Solang es Kapitalismus gibt, wird es Sexismus, Rassismus, Faschismus, Antisemitismus, totalitäres Verhalten und ein immer stärker werdendes Konkurrenzverhalten geben. Um sich dessen bewusst zu werden, ist es wichtig auch schon im vorhinein dieses zu reflektiern. Nur so können persönliche Meinungen noch ausgetauscht und erweitert werden, um so mit einem „Konzept“ gegen G8 und Kapitalismus (und die restlichen widerwärtigkeiten) aufzutreten. Der G8 bietet uns, emanzipatorischen linken Bewegungen, eine Möglichkeit unsere Forderung der Weltöffentlichkeit zu präsentieren. Allerdings ist es auch nötig, hinter relativ kurzen Parolen eine ausgereifte Kritik zu haben. Ansonsten können wir nicht größere Teile der Bevölkerung ansprechen und überzeugen. Auch lassen die div. Treffen Diskussionen zu, die wichtig für eine Linke in Deutschland ist, die nun international agieren muss. Die globalisierungskritische Bewegung besitzt eine große Bandbreite, die von engagierten Christen über attac und Flüchtlingsinitiativen bis zur radikalen Linken reicht. Eben deswegen ist sie so „bunt“, aber genauso verschieden sind auch die Standpunkte der verschieden Spektren. Um einer Spaltung vorzubeugen ist es daher wichtig sich davor auszutauschen. An dieser Stelle sollten wir uns ausserdem erinnern wie italienische Carabineri Carlo Giuliani (* 14. März 1978 in Rom; † 20. Juli 2001 in Genua) ermordeten und ein regelrechtes Massaker in der Diaz-Schule verübten. Die Beteiligten an der Tat wurden wenn überhaupt nur mit geringen Strafen belegt. Im Jahr 2003 spannten Gipfelgegner ein Seil über die Aubonne-Bricke wo sich Martin Shaw und Gesine Wenzel an den Enden abseilten. Damit sollte das durchkommen der Gipfelteilnehmer zum Austragungsort behindert werden. Schweier Bullen schnitten das Seil durch. Martin Shaw leidet seit dem unter Querschnittslähumg, Gesine Wenzel wurde schwer traumatisiert. Die Verantwortlichen dafür wurden freigesprochen.

no justice – no peace! das gedächtnis ist ein kollektives getriebe! Auftauchen für ein ganz andres ganzes – no g8 2007!



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