Digitale Leserbriefe
Aus Kritische Masse Wiki
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"Jonas Poskowsky" Datum: Mo, 12.12.2005, 19:54
Hallo liebe Kritische Masse!
Auf der Rückfahrt von der BuJu-Deli habe ich mich ein wenig mit Mandus unterhalten und ihm gesagt, daß ich wohl Interesse an einer Mitarbeit bei der KM hätte. Er hat sich sehr gefreut und mir diese Adresse gegeben, um mich in den Redaktionsverteiler aufnehmen zu lassen. Außerdem wollte ich fragen, ob Ihr mir vielleicht seine Mailadresse geben könnt, denn er hat zwar meine aber ich nicht seine und ich wollte ihn noch die ein oder andere Sache fragen. Und drittens war soweit ich das mitbekommen habe, ja wohl mal geplant, daß JANUN in Niedersachsen die KM an ihre Mitglieder verteilen wollte. Von Steffen aus dem LaJuBü habe ich erfahren, daß bisher nur fünf Exemplare in Hannover ankommen. Steffen sprach aber von 100, die JANUN wohl nehmen könnte, worüber Ihr dann natürlich eine Rechnung schreiben könntet. Er hat mich quasi für die Bestellung autorisiert. Wenn Ihr also noch Exemplare habt, könnt Ihr die gerne nach Hannover schicken:
JANUN e.V. Goebenstraße 3a 30161 Hannover
Sonst beim nächsten Mal. Wenn dazu noch Fragen sind am besten bei steffen@janun.de melden.
Das war’s, schöne Grüße, auch an Mandus, Jonas
"Daniel Kelber" Datum: Mo, 2.01.2006, 22:02
Hallo,
leider bin ich erst jetzt dazugekommen, die KM Nr.55 zu lesen. Generell finde ich es immer wieder interessant, die Beiträge zu lesen, da ich sonst seltener mit "linkem Gedankengut" in Verbindung komme.
Beim Lesen der Beiträge fällt mir oftmals auf, dass ich mir noch mehr Tiefgang wünschen würde. Ich habe manchmal den Eindruck, es würden dort Konzepte vorgestellt, die sich in der Theorie und auf den ersten Blick ganz toll anhören, wobei aber nicht beleuchtet wird, dass dieses Konzept möglicherweise auch Nachteile haben könnte, bzw. ob überhaupt eine realistische Chance besteht, die Konzepte in unserem Land umsetzen zu können. Also, ich meine, mir fehlt einfach der Tiefgang, dass Vor- und Nachteile der vorgestellten Systeme gegeneinander aufgewägt und realistische Wege aufgezeigt werden. Beispielsweise hätte ich mir im Beitrag "Überall fehlt plötzlich das Geld" von D. Tjiok noch mehr Informationen gewünscht, wie das mit der "Parkgebühr für Geld" konkret vonstatten gehen soll, auch anhand von konkreten Beispielen. Mich würde interessieren, ob es in den Wirtschaftswissenschaften anerkannte Modelle gibt, die das Funktionieren dieser Idee belegen. Schließlich müssen die aktuellen Machthaber davon überzeugt werden, wenn man etwas bewegen möchte, denn immerhin hat sich das bisherige System mit seinen bekannten Vor- und Nachteilen "bewährt" und durchgesetzt.
Des weiteren fehlten mir bei Tjiok oftmals Quellenangaben, die die Thesen untermauern, belegen und ergänzen.
Ansonsten, weiter so Gruß Daniel Kelber
-- Interessante Selbstgespräche setzen einen klugen Partner voraus. (Herbert George Wells)
"Jarek Plewinski" Datum: Di, 14.02.2006, 13:32
Liebe km-redaktion,
erst mal solidarische Gruesse aus Berlin. Ich gehoere zur Redaktion vom Juckreiz. Leider sind wir chronisch unterbesetzt, so das der Jucki aktuell eher Winterschlaf haelt. Grosses Kompliment fuer eure Zeitung. Leider waren schon alle Exemplare eurer "legendaeren" Geld-Ausgabe vergriffen. Schickt doch bitte, bitte mal noch ein paar Exemplare zum BUNDjugend-Laden in der Jagowstr. in Berlin.
Bei der Buchbesprechung eines Dithfurth-Buchs bin ich auch mal an die Thematik Creutz-Gesell geraten. Ihr habt auf jeden Fall den richtigen (weil wirtschaflichen) Ansatz. Aber! Was ist aus dem von Creutz angebotenem Artikel gewoerden? Habe ich da was nicht mitbekommen? Haette Herr Strojny nicht zumindest auf die Argumente von Creutz eingehen koennen, Weltbund zum Schutz des Lebens hin oder her? Und von oben herab als gegeben anzunehmen, dass Herr Creutz nichts Neues beizutragen hat und mit einem eine ganze Seite umspannenden Schlußwort die "Debatte" fuer beendet zu erklaeren, ist A-a. Das sind keine Gestapo-Methoden, aber doch echt schlechter Stil. Ich glaube an eine Auseinandersetzung mit offenem Visier und nicht an Totschlag-Argumente und Moralische Luftueberlegenheit. Selbst wenn Creutz ein Crypto-Nazi ist, dann ist es eure (unsere) Aufgabe, in einer fairen Debatte die besseren Argumente zu haben. Ansonsten ist das Abdrucken seiner Briefe doch Augenwischerei.
Mit freundlichen Gruessen, Jarek Plewinski
"Johann v.Rauch" Datum: Mi, 18.01.2006, 14:52
An die KM-Redaktion 18.1.06 Geschrei, Vorwürfe, Anwürfe, Diffamierung, Erpressung - wie im richtigen (Geld)-Leben. Das Thema scheint die kritische Masse zu erreichen. Wann kommt die Explosion.? Was werdet ihr tun? Einknicken ? Das Handtuch werfen und zurück rudern angesichts der Erpressungen alt bekannter Stalinisten? Nein ! das darf nicht sein. Niemand darf einer Zeitung vorschreiben was und wie sie berichten soll. Wenn es geschieht, wie nennt man das ? Richtig - Zensur! Wir kennen das doch: Energiekonzerne, Pharmaindustrie, usw., sie alle verhindern immer wieder Artikel, oder Sendungen in den Medien. Die vehementen Kritiker nähern sich selbst der Attitüde rechtslastiger Szenen. Was fordert das heraus - Widerstand! Den Drohungen, eure Zeitung in der "linken Szene" anzuschwärzen, besser bräunen, solltet ihr gelassen entgegen sehen. Denn wenn es funktioniert, ist die Leserschaft sowieso nicht die eure. Kritische LeserInnen haben schon mitbekommen, dass es hier um etwas anderes geht, denn seit zwei Ausgaben wird ja gar nicht mehr über das eigentliche Thema geredet. Etwas Ähnliches kennt man gelegentlich von Kindern. Wenn sie etwas nicht hören wollen, kreischen sie solange bis man aufgibt. Seit vielen Jahren tauchen immer wieder dieselben Personen auf, wenn es in linken und gesellschaftskritischen Blättern ausnahmsweise ums Geld geht, die sofort eine Personaldiskussion los treten, mit Behauptungen und Diffamierungen und die Faschismus - Antisemitismus- und Esotherik-Keule schwingen. Das Thema soll mit allen Mitteln tabuisiert werden. Es ist ein Definitions-Machtkampf.
Schade - für die vielen nicht ideologisch verkorksten Interessierten,
die sich im Nebel kapitalistischer Ökonomie zurecht finden wollen. Dabei ist das Wissen darüber verschwindend gering, wie solche Wortschöpfungen: "Die Diktatur des Wertes" verdeutlichen. Was, bitte schön, soll das denn sein? Kritik an der Selbstvermehrung des Geldes gibt es doch schon in der Antike (Aristoteles - soll ein Frauenfeind gewesen sein); in der Bibel (Jesus - gibt`s da auch dunkle Seiten?) und im ganzen Mittelalter herrschte Zinsverbot. Also, worauf und auf wen oder was sollen wir uns hier beziehen? Glauben und Wissen zu verschmelzen, ist ein Merkmal aller Ideologien. Das haben sie mit Religionen gemein. Das Schlimmste daran ist der Anspruch auf absolute Wahrheit. Er ist eine Quelle für alle Glaubenskriege. Das (vorläufige) Scheitern der Freiheitsideen des 19. und 20.Jhdts. findet darin eine mögliche Erklärung. Für "die Sache" (den Glauben) tue ich alles. Glaubenskriege enden immer im Gemetzel, real, wie verbal. Das Marx geprägte ökonomische Verständnis von Kapitalismus war die gemeinsame Grundlage aller irgendwie linken Strömungen. Je mehr nun dieses Verständnis abstirbt, nicht zuletzt wegen des Verschwindens real existierender sozialistischer Gesellschaftsmodelle vom Globus, klammern sich die letzten Anhänger an ihre Glaubenssätze und verteidigen diese mit allen Mitteln. Wer Kapitalismus kritisieren will, muß das auf eine bestimmte Weise tun. Fundamentalismus macht sich bei ihnen breit. Will etwa jemand behaupten das globale Währungssystem wäre nicht wichtig, uninteressant, hätte nichts mit Kapitalismus zu tun, oder wäre gar ein Naturgesetz, wie uns viele Ökonomen glauben machen wollen ? Will etwa niemand verstehen wie wir abgezockt, in die Armut getrieben werden. Was sagen die Ökologen vom BUND zu dem ewigen Krakelen der Politik nach Wachstum - das ultimative Gegenmodell zu einer ökologischen Ökonomie.? Was zur ungebremsten Monetarisierung aller Recourcen, Lebensbereiche und des Lebens selbst (Gene).? --- "Der Kapitalismus ist schuld", Anklagen, Proteste, Kritik.... reicht das? Nein! - das ist "eine selbstverschuldete Unmündigkeit". Gebt`s doch zu, für die meisten ist der Finanzbereich eine Art Hokus Pokus, wo ihr als Untertanen den Ritualen zusehen könnt, wie zu Zeiten der Pharaonen. Der marxsche Proletarier hatte kein Girokonto mit Überziehungskredit, das gibt es erst seit den 1970er Jahren. Das vielbändige Werk "Das Kapital" hätte heute noch ein paar Bände mehr. Warum ? Weil Geschichte ein multikausaler, dynamischer Entwicklungsprozess ist. Einschließlich der darin enthaltenen Theorien, selbstverständlich. Fundamentalismus und Konservativismus sind sich darin ähnlich, indem sie statisch denken: Was einmal richtig war, ist immer richtig. Deswegen können sie diesen Entwicklungsprozess nicht mitmachen. Der Glaubenskrieg beginnt. Personen zu ausschließlichen Ideenspendern zu machen, ist gängige Praxis der Geschichtsschreibung. Es ist eine Folge von Welt- und Menschenbild. Die Suche nach dem ursächlichen Zusammenhang führt zum Urknall, der punktuell gedachten "eigentlichen" Ursache. ("Der erste Beweger" - Platon, Aristoteles usw.). Nach dieser linear gedachten Kausalität gesteht man dem Ideengeber Urheberrechte zu . Dadurch werden sie zu unangreifbaren Autoritäten und "ihre" Ideen zu Dogmen. In einer multikausal gedachten Logik gäbe es dieses Problem nicht. Darin sind die Ideengeber "nur" Ideenzusammenfasser von Theorien ihrer Zeitepoche. So können die einen über die Integrität einer Person debattieren, die anderen, sich mit den Theorien beschäftigen. Dass sich Rechte linker Themen und Begriffe bedienen ist uralte Praxis wie schon am Wort National-Sozialismus zu erkennen ist. Hätte man damals sagen sollen: Nee, von Sozialismus will ich nichts wissen, da sind Rechte mit bei.? Ein Antisemit ist doch ein Rechter, oder ? Also ist Marx ein Rechter. Na sowas, da muß man sich doch distanzieren von diesen Ideen. Heute sieht man rasierte Köpfe mit Pali-Tuch - ein Rechter, ein Linker ?? Che auf dem Hemd grübel,grübel... Es kommt der Tag da werden sich die Rechten auch Marx aneignen, wenn es opportun sein sollte. Antikapitalismus-Parolen gibt es ja schon lange bei ihnen. Es ist aus, Leute - die Freiheitsideen und deren Gesellschaftsmodelle des 21.Jhdts. werden anders aussehen. (hoffentlich).
Wie ? - gute Frage Die Antwort beginnt mit einer Reise zu den
eigenen Wurzeln (Radix. Lat.) von Individuum und Gesellschaft; unvoreingenommen, unabhängig, undogmatisch, ideologiefrei, ohne Anspruch auf absolute Wahrheit....Und wo endet sie?.....niemals, solange es Menschen gibt!.... Freundliche Grüße Johann v. Rauch

