Gelebte Utopie

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Quelle: Der folgende Artikel erschien im Februar 2004 in der Kritischen Masse Nr.50 auf Seite 12 links unten

Gelebte Utopie

(mib) Isolde Brog, die in der Kommune Niederkaufungen lebt, stellte in ihrem Arbeitskreis die Kommune und das dortige Leben mit Dias vor. In der Kommune gibt es keinen Privatbesitz, Entscheidungen werden im Konsens getroffen.

"Ich glaube, das ganze ist so ähnlich organisiert wie der Jukß (Jugendumweltkongreß)" meinte Rebecca Simon, die den Arbeitskreis besuchte "es gibt auch Bezugsgruppen, die dann für bestimmte Themenfelder verantwortlich sind, Entscheidungen werden dann aber im Plenum, bei dem alle 53 erwachsenen EinwohnerInnen anwesend sind, getroffen. Die Entscheidungen dürfen nicht mehrheitlich, sondern müssen im Konsens gefällt werden. Isolde Brog hat uns außerdem erzählt, dass die Kommune einen eigenen kleinen Hof, eine Schlosserei und eine Tischlerei hat. Nur wenige Einwohner arbeiten außerhalb. Diese bringen sich dann ausschließlich in sozialen Einrichtungen, also als AltenpflegerInnen etc, ein.

Für eventuelle Ausgaben steht allen eine jederzeit zugängliche Gemeinschaftskasse zur Verfügung. Isolde Brog meinte, dass dieses auf Ehrlichkeit, Vertrauen und Verantwortungsbewusstsein basierende System sehr gut funktioniert. Sollte einE EinwohnerIn, in den Augen der Anderen zuviel ausgeben, so ließe sich dieses ohne weiteres in einem Gespräch klären.

Statt dass sich jedeR bei Bedarf neue Kleidung kaufen muss, wurde eine Kleiderkammer eingerichtet, in der Kleidung die von Einzelnen nicht mehr benötigt wird abgeben werden kann, während Andere sich dort bedienen können.

Isolde Brog ist überzeugt, dass, wenn man das Konsumverhalten des" Otto-Normal-Verbrauchers" auf die Einwohnerzahl der ganzen Welt übertrüge, vier Welten "verbraucht" würden. Wenn jedoch alle Menschen so lebten wie die EinwohnerInnen der Kommune, würden nur zwei Welten benötigt.

Die Kommune hat einen eigenen Kindergarten, der allerdings auch von außen besucht werden darf. Außerdem ist in der Kommune eine sogenannte Kinderquote eingeführt. D.h. auf drei Erwachsene kommt ein Kind. Diese Regelung wurde eingeführt, um allen Kindern eine gute Ausbildung zu ermöglichen." Miriam Bräuer

infos:  www.kommune-niederkaufungen.de/
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