Metrosex von Mandus

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Antwort (Lars)

Metrosexualität

Nicht jeder Queer-Trend ist emanzipatorisch... Metrosexualität bezeichnet einen Trend von heterosexuellen Männern, mehr Wert auf Mode, Styling und Körperpflege zu legen, sich die Beine zu rasieren, zur Pediküre und Maniküre zu gehen und teilweise mehrere Stunden am Tag im Bad zu verbringen – sich also nach klassischem Rollenbild typisch weiblich zu verhalten. Der Begriff „metro“sexuell scheint daher zu kommen, dass der Trend zuerst in Großstädten auftrat. Als Prototyp eines metrosexuellen Mannes wird der Fußballer David Beckham gesehen, aber auch Robbie Williams und Brad Pitt werden dazugezählt – und der neue Barbie-Ken ist ebenfalls nach dem „Metrosex-Trend“ konstruiert... Es scheint so, als wäre dieser Trend derzeit schwer im Kommen – schön, könnten man und frau da meinen, dass ein „Aufbrechen“ von Geschlechterrollen tatsächlich einmal den Mainstream der Gesellschaft erreicht. Doch bei näherem Hinsehen kann eigentlich kaum noch von „Aufbrechen“ geredet werden, sind doch Beine rasieren, Körperpflege, Schminke und akkurates Styling genau die Zwänge, in die Frauen – sei es durch traditionelle, konservative Weiblichkeits-Werte oder durch werbetechnische und mediale Dauerberieselung - hineingedrängt werden. Emanzipation müsste bedeuten, dass alle direkten und indirekten, unterbewussten Zwänge abgebaut werden, sich wegen seines zufälligen Geschlechtes so oder so verhalten zu müssen. Meine persönliche Motivation für diesen Artikel ist nicht zuletzt die Aussage einer Kommilitonin: „Endlich müssen sich die Männer auch mal um ihren Körper kümmern, anstatt ungepflegt und siffig zu sein.“ Doch diese Aussage ist alles andere als emanzipatorisch: Sie ist abwertend gegenüber Leuten, die andere Prioritäten im Leben haben als ihr äußeres Erscheinungsbild ; sie ist elitär, denn sie stellt sich über all die Leute, die zu arm oder psychisch zu fertig sind, um auf ihr Styling zu achten ; sie ist auch abwertend gegenüber den vielen Frauen, die selbst morgens nicht länger als zum Zähneputzen vor dem Spiegel stehen, denn diese werden als unnatürlich, weil untypisch weiblich abgekanzelt – analytisch betrachtet lässt sich diese Ansicht nur als hochgradig wertkonservativ einstufen. Lediglich das „Styling“ des Metrosex-Trends ist emanzipatorisch oder queer – im Inneren dümpelt dieser Trend zwischen wertkonservativ und kommerzgeil, denn Metrosexualität lässt sich gut vermarkten: vom Male-Body-Shaver bis zum männlich-herben Make-Up-Service... Doch das Innere ist beim Metrosex-Trend auch nicht so wichtig, es geht weder darum, für die sozialen Belange von Schwulen, Lesben, Bi- oder Transsexuellen oder anderen Queers einzutreten, noch um ein Kokettieren mit dem Bild des typisch „Schwulen“, noch um eine Bestärkung von Jungen, die als Kinder lieber nähen statt Fußball zu spielen. Der amerikanische Soziologe Robert Heasley hat für „Metrosexuelle“ zurecht den Begriff „stylistic straight-queers“ eingeführt. Warum eine solche Luftnummer tatsächlich zum Trend werden konnte, lässt sich nicht anders erklären als mit einer medialen Hype, der mensch auf den Leim gehen kann – um dann wieder einem strengen Muster zu folgen und in „David Beckham-Uniform“ rumzulaufen. Emanzipation und Freiheit von Geschlechterzwängen heißt für mich vielmehr, dass jeder Mann und jede Frau sich unabhängig von Rollen und Trends Röcke tragen, sich die Haare oder Fingernägel bunt färben, summa summarum einfach ohne Angst und Druck machen kann, was er oder sie will...


emanzipatorisch: in allen Bereichen der Gesellschaft auf gleiche Entfaltungsmöglichkeiten aller gerichtetes soziales Handeln; das geht über die Emanzipation der Geschlechter weit hinaus und lässt sich vielleicht besser definieren als das Gegenteil von Rassismus, Sexismus und Kapitalismus

Hype: übertriebener Trend, der durch die Medien geschürt wird, z.B. Pokemon, Fußball-WM, Jurassic Park-Dinosaurier,...


VERSION 1.2


Metrosexualität

Nicht jeder Queer-Trend ist emanzipatorisch...


Metrosexualität bezeichnet einen Trend von heterosexuellen Männern, mehr Wert auf Mode, Styling und Körperpflege zu legen, sich die Beine zu rasieren, zur Pediküre und Maniküre zu gehen und teilweise mehrere Stunden am Tag im Bad zu verbringen – sich also nach klassischem Rollenbild typisch weiblich zu verhalten.1

Als Prototyp eines metrosexuellen Mannes wird der Fußballer David Beckham gesehen, aber auch Robbie Williams und Brad Pitt werden dazugezählt – und der neue Barbie-Ken ist ebenfalls nach dem „Metrosex-Trend“ konstruiert... Es scheint so, als wäre dieser Trend derzeit schwer im Kommen – schön, könnten man und frau da meinen, dass ein „Aufbrechen“ von Geschlechterrollen tatsächlich einmal den Mainstream der Gesellschaft erreicht. Doch bei näherem Hinsehen kann eigentlich kaum noch von „Aufbrechen“ geredet werden, sind doch Beine rasieren, Körperpflege, Schminke und akkurates Styling genau die Zwänge, in die Frauen – sei es durch traditionelle, konservative Weiblichkeits-Werte oder durch werbetechnische und mediale Dauerberieselung - hineingedrängt werden. Emanzipation müsste bedeuten, dass alle direkten und indirekten, unterbewussten Zwänge abgebaut werden, sich wegen seines zufälligen Geschlechtes so oder so verhalten zu müssen. Aussagen wie „Endlich müssen sich die Männer auch mal um ihren Körper kümmern, anstatt ungepflegt und siffig zu sein.“ sind alles andere als emanzipatorisch: Sie ist abwertend gegenüber Leuten, die andere Prioritäten im Leben haben als ihr äußeres Erscheinungsbild ; sie ist elitär, denn sie stellt sich über all die Leute, die zu arm oder psychisch zu fertig sind, um auf ihr Styling zu achten ; sie ist auch abwertend gegenüber den vielen Frauen, die selbst morgens nicht länger als zum Zähneputzen vor dem Spiegel stehen, denn diese werden als unnatürlich, weil untypisch weiblich abgekanzelt – analytisch betrachtet lässt sich diese Ansicht nur als hochgradig wertkonservativ einstufen. Lediglich das „Styling“ des Metrosex-Trends ist emanzipatorisch oder queer – im Inneren dümpelt dieser Trend zwischen wertkonservativ und kommerzgeil, denn Metrosexualität lässt sich gut vermarkten: vom Male-Body-Shaver bis zum männlich-herben Make-Up-Service... Doch das Innere ist beim Metrosex-Trend auch nicht so wichtig, es geht weder darum, für die sozialen Belange von Schwulen, Lesben, Bi- oder Transsexuellen oder anderen Queers einzutreten, noch um ein Kokettieren mit dem Bild des typisch „Schwulen“, noch um eine Bestärkung von Jungen, die als Kinder lieber nähen statt Fußball zu spielen. Der amerikanische Soziologe Robert Heasley hat für „Metrosexuelle“ zurecht den Begriff „stylistic straight-queers“ eingeführt. Warum eine solche Luftnummer tatsächlich zum Trend werden konnte, lässt sich nicht anders erklären als mit einer medialen Hype, der mensch auf den Leim gehen kann – um dann wieder einem strengen Muster zu folgen und in „David Beckham-Uniform“ rumzulaufen. Emanzipation und Freiheit von Geschlechterzwängen heißt für mich vielmehr, dass jeder Mann und jede Frau sich unabhängig von Rollen und Trends Röcke tragen, sich die Haare oder Fingernägel bunt färben, summa summarum einfach ohne Angst und Druck machen kann, was er oder sie will...


Glossar: emanzipatorisch: in allen Bereichen der Gesellschaft auf gleiche Entfaltungsmöglichkeiten aller gerichtetes soziales Handeln; das geht über die Emanzipation der Geschlechter weit hinaus und lässt sich vielleicht besser definieren als das Gegenteil von Rassismus, Sexismus und Kapitalismus

Hype: übertriebener Trend, der durch die Medien geschürt wird, z.B. Pokemon, Fußball-WM, Jurassic Park-Dinosaurier,...

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