Monsanto

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Monsanto - Der RIESE im Soja-Feld


Der intensive Sojaanbau in Brasilien, Argentinien und Paraguay (fast ausschließlich für den Export als Viehfutter nach Europa!) ist ein zentrales Problem für die Umwelt mit ihrer Artenvielfalt (Biodiversität), die lokale Wirtschaft und die traditionellen Bauern.

Täglich verbrennen Beauftragte oder Kunden von Monsanto illegalerweise große Gebiete des artenreichsten Regenwaldes der Erde, um neue Flächen für den Sojaanbau zu gewinnen. Die Regierungen sind überfordert, die Verbrechen an der „Lunge der Erde“ zu verhindern. Umweltschützer werden von Privatarmeen ermordet.

Mit „vereinigte Soja-Republik“ benannte der transnationale Konzern (TNC) Syngenta weite Teile Argentiniens, Paraguays, Brasiliens und Boliviens. Syngenta ist mit seinem 5%-Anteil am Handel mit gentechnisch verändertem Saatgut (genetically modified organisms=GMOs) weltweit einer der fünf „Riesen“. Doch Monsanto allein besitzt 80% der GMOs auf unserem Planeten. Die übrigen 15 Prozent teilen sich Aventis (7%), BASF (5%) und Du Pont (3%).

Zwar ist die Aussaat gentechnisch veränderter Soja-Samen zur Zeit in Paraguay und einigen Bundesstaaten Brasiliens noch verboten, doch 70% des in Paraguay angebauten Sojasaatgutes stammen von Monsanto und sind gentechnisch modifiziert. Round up Ready (RR) nennt der Riese die Soja-Sorte, welche er patentiert hat. Monsanto hat seine Samen gegen sein eigenes Herbizid (Pflanzengift) Glyphosat resistent gemacht. [Somit kann der Bauer große Mengen des Herbizides auf seine Sojafelder sprühen, ohne seine eigenen Sojapflanzen abzutöten.]

Der industrielle Bauer sprüht die Herbizide und Pestizide (Insektenbekämpfungsmittel) von Flugzeugen aus auf die weiten Monokulturfelder (mit lediglich einer Pflanzenart bewirtschaftete Flächen). Die Pflanzengifte vernichten in Reichweite der Sprühflächen jegliches Leben, ausgenommen dem resistent gemachten Soja. Das heißt, neben Tieren und Pflanzen vergiften sie auch Kinder, welche sich in der Nähe aufhalten. Indirekt nehmen alle Menschen die Gifte auf, da sie auch das Trinkwasser verseuchen.

Durch Pollenflug können Monsantos patentierte Samen ungewollt auf benachbarte Felder gelangen. Werden sie dort nachgewiesen, kann Monsanto die geschädigten Bauern paradoxerweise auch noch zur Zahlung von Patentgebühren zwingen. Biobauern haben keine Chance mehr, ihre Felder rein zu halten. Gelangen die (in vielen Industrieländern verbotenen) „Pflanzenschutzmittel“ auf benachbarte Felder, müssen die Betroffenen auch auf das resistente Gen-Saatgut umstellen. Roundup Ready ist so teuer, dass es sich nur große Betriebe leisten können. Kleinbauern müssen ihr Land entweder für geringes Geld an Großgrundbesitzer verkaufen, oder sie sind spätestens dann gezwungen es zu verlassen, wenn diese neben ihrem Acker intensiven Anbau betreiben.

Monsanto macht die Bauern von sich abhängig: Beim ersten Mal schenkt er ihnen eine „Kostprobe“ seiner Samen mitsamt dem dazugehörigen Dünger- und Pflanzengift-Packet. In der nächsten Pflanzperiode ist ihr Boden bereits mit den starken Giften kontaminiert (verseucht) und es bleibt den Bauern nichts anderes mehr übrig, als neues Saatgut von Monsanto zu kaufen. Sie können nicht mehr von ihrem eigenen Feld Samen gewinnen, da Monsanto seine Sorten zum Teil sterilisiert hat und zudem patentiert hat. [Das TRIPS-Abkommen (über Patente, TRIPS= Trade related aspects of intellectual property rights) in der WTO (Welthandelsorganisation) sichert Firmen das Recht zu, für Anbau und Vermarktung der von ihnen patentierten Sorten Gebühren zu verlangen.]

Die meisten kleinen Bauern gehen daran zu Grunde und wandern in die Armenviertel der Städte ab. Die Äcker der südamerikanischen Länder versorgen nicht mehr die Einheimischen mit Grundnahrungsmitteln, sondern die europäischen Mastställe mit Tierfutter. In vielen unserer Nahrungsmittel ist Roundup Ready Soja enthalten: Über das Kraftfutter gelangt das Soja in Milchprodukte und Fleisch. (Gentechnik in Futtermitteln muss auch in Deutschland nicht gekennzeichnet werden!)

In Lateinamerika kämpfen viele „Graswurzel“- Bewegungen, von Umwelt- und Naturschützern über Bauerngruppen, Land- und Arbeitslose, Indianer und Frauengruppen gemeinsam für ihre Nahrungs-Souveränität (Unabhängigkeit). Sie brauchen unsere politische (symbolische) und tatkräftige Unterstützung!

Weitere Infos: www.aseed.net (Netzwerk von europäischen Jugendorganisationen, unterstützt den Kampf gegen Monsanto) www.econautix.org (Artikel: „Sustainable Soy“) www.genug-wto.de (europäische Kampagne zum Gen-Streitfall in der WTO) www.iguazu.grr.ar.com (argentinische Seite zu einer anti-Gen-Soja-Konferenz, auf Spanisch)

Kontaktadresse zu Umweltorganisation (Amigos de la Tierra) aus Paraguay: coordina@sobrevivencia.org.py ambiental@sobrevivencia.org.py (beide auf Spanisch, zur Not Englisch) miriam.boschmann@econautix.de (auf deutsch)

Quellen: Austausch mit lateinamerikanischen NGOs und Betroffenen, Teilnahme an einer Anti-Gen-Soja-Konferenz, Informationsbroschüre der Regierung des brasilianischen Bundesstaates Paraná, Buch: Avance del monocultivo de soja transgénica en el Paraguay (herausgegeben von der Katholischen Universität Paraguay) Diverse weitere Broschüren und Zeitungen aus Lateinamerika

geschrieben von Miriam Boschmann

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