Oettinger Natsch von Achim

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> Oettinger bei den Naturschutztagen am Bodensee > (so ähnlich könnte die Überschrift aussehen) > Der baden-württembergische Ministerpräsident Günther Oettinger besuchte im Januar die alljährlich stattfindenden Naturschutztage am Bodensee. Die Veranstaltung, die gemeinsam von BUND und NABU durchgeführt wird, bot auch dieses Jahr wieder ein buntes Programm rund um den Naturschutz. Schwerpunktthemen waren, neben den Exkursionen, der Klimawandel und die Landtagswahl. > Der politische Höhepunkt war sicherlich der Besuch von Günther Oettinger. Bevor Oettinger das Wort ergriff hielt die BUND-Landesvorsitzende Dr. Brigitte Dahlbender einen Einstiegsvortrag. Sie dankte dabei dem Ministerpräsidenten für machen politischen Fortschritt, artikulierte aber auch deutliche Kritik, nicht zuletzt an Oettingers Haltung zur Atomenergie. Wer jedoch auf das Thematisieren der grünen Gentechnik wartete wurde enttäuscht. > Günther Oettinger erweckte in seiner Rede durchaus den Eindruck als hätte der Naturschutz für ihn eine relevante Bedeutung. Nachdem seinem Amtsvorgänger, Erwin Teufel, schon die Kampagne, „Baden-Württember – Wir können alles. Außer Naturschutz.“, nahegelegt wurde, konnte der Zuhörer ein gewisses Bemühen des Ministerpräsidenten erkennen. Oettinger mußte jedoch immer wieder auf die angespannte Haushaltslage verweisen, um darzustellen, warum ihm nicht alles Wünschenswerte möglich sei. Wie ernst er es mit dem Naturschutz wirklich meint, werden seine Taten zeigen müssen. Die Spannung stieg, als Oettinger begann seinen Vorschlag, die Atomkraftwerke in Baden-Württemberg, 10 Jahre länger als im Atomkonsens vereinbart, laufen lassen zu wollen. Den ersten Zwischenruf parierte er, indem er den rufenden kurzerhand einlud, mit ihm am darauffolgenden Montag, nach Karlsruhe, zum EnBw-Chef Claassen zu fahren. > Inhaltlich rechnete Oettinger nun vor, daß durch die Abschaltungen der AKWs in Phillipsburg, Obrigheim und Neckarwestheim 2400 Megawatt Leistung verloren gehen. Diese Stommenge sei nicht, durch die von Frau Dr. Dahlbender vorgeschlagenen Maßnahmen, zu ersetzten. Einsparung, Effizienzsteigerung und erneuerbare Energie, könnten hier keinen adäquaten Ersatz darstellen. Seiner Meinung nach würde die EnBw in Kooperation mit Frankreich Atomstrom nach Deutschland liefern, oder Gas– und Kohlekraftwerke drohten; und bei letzteren handle es sich dann bei Neuinvestitionen um Laufzeiten vom 30 Jahren, was den regenerativen Energien erheblich schaden könne. Zudem fühlt sich Oettinger auch dem Wirtschaftsstandort Deutschland in der Art verbunden, daß ihm ein günstiger Strompreis sehr wichtig ist und er auch Gefahren durch die Importabhängigkeit von Gas ausmachte. > In der nachfolgenden Diskussion wurde die komplexe Problematik der Atomenergie vom Uranabbau über den Betrieb der Reaktoren, Wiederaufarbeitung und Endlagerung, nicht annähernd behandelt. Von allen Energiegewinnungsformen, bietet die Atomenergie, hier wohl immer noch die langfristigsten und größten Risiken. > Im Weiteren kam nun auch die grüne Gentechnik zur Sprache. Hier verwies Oettinger auf den globalen Lebensmittelmarkt, auf dem es schwer sei einen nationalen Alleingang zu machen. Er sagte, er habe noch keine feste Meinung, seine Argumentation ließ jedoch nichts gutes, für die Gegner der Freisetzung gentechnisch veränderter Organismen, erahnen. So verwies Oettinger auf den Weinbau und darauf, daß jeder Wein auch aus einer Zucht stamme. Wenn man sich den Markt der grünen Gentechnik auch nur oberflächlich betrachtet, fällt jedoch auf, daß es nicht in erster Linie um die „Verbesserung“ von Pflanzen zum Wohle der Menschheit geht, sondern zuallererst um rein kommerzielle Ziele. Wie könnt man sonst beispielsweise die Keimfähigkeit von Pflanzen entfernen, sie patentieren oder auf spezielle Pestizide resistent machen. Oettingers Argumentation legte hier leider den Vorwurf mangelnder Sachkenntnis an ihn nahe. > Es bleibt zu hoffen, daß der Dialog, zwischen Natur– und Umweltschützern und der Politik im allgemeinen und dem Ministerpräsidenten des Landes Baden-Württemberg im besonderen, intensiviert wird.


Zur Ergänzung:

  • BUND Regionalverband, Wilhelmstr.24a, 79098 Freiburg*

21.2.06

  • Fessenheim – Oettinger: das AKW und die Stuttgarter Strippenzieher*


Zur Information:


ein Brief von Herrn Ministerpräsident Günther H. Oettinger an Herrn Gundolf Fleischer MdL und Mitglied des Aufsichtsrats der EnBW Service GmbH


Quelle: http://www.cdu-muenstertal.homepage.t-online.de/pages/01.cdu_aktiv/backsides/01.06.fessenheim/oettinger_fleischer01.html

  • Der Ministerpräsident des Landes Baden-Württemberg*

Herrn Abgeordneten Gundolf Fleischer


  • Betrifft: Sicherheit des Kernkraftwerkes Fessenheim*

Sehr geehrter Herr Abgeordneter, lieber Gundolf, für Ihr Schreiben vom 23. Juni 2005 zum Kernkraftwerk Fessenheim und Ihre Anregungen zum weiteren Vorgehen danke ich Ihnen.

  • Ich stimme Ihnen in vollem Umfang zu, dass wir die Sorgen der

Bevölkerung in der Umgebung des Kernkraftwerkes ernst nehmen müssen, _die aufgrund der Vorfälle der letzten Jahre und der negativen, parteipolitisch motivierten Kommentierung des Bundesumweltministeriums den Eindruck gewinnen musste, die Anlage stelle ein ernstzunehmendes Gefährdungspotential dar._* Das von Ihnen dargestellte Verhalten des Bundesumweltministers ist in der Tat nicht zu rechtfertigen und entbehrt jeden Verantwortungsbewusstseins.

  • Gleichwohl müssen wir vermeiden, umgekehrt aus lokalpolitischen Gründen

eine Stillegung der grenznahen französischen Kernkraftwerke zu fordern,_ während wir zugleich für Laufzeitverlängerungen bei den deutschen Anlagen kämpfen_*. Die Sorgen der Bevölkerung ernst zu nehmen heißt für mich daher, unsere Interessen im Rahmen der kooperativen Zusammenarbeit mit Frankreich sachgerecht zu vertreten und sicherzustellen, dass die Bevölkerung rasch und umfassend informiert wird. Die Landesregierung hat sich im Ministerrat am 28. Juni 2005 intensiv mit der Situation beim Kernkraftwerk Fessenheim beschäftigt und für die weitere Kommunikation in der Öffentlichkeit eine Position des Landes festgelegt. *Danach gehen wir davon aus, dass das Kernkraftwerk Fessenheim unter der Aufsicht der französischen Behörden auf hohem, dem heutigen Stand angepassten und mit deutschen Standards vergleichbarem Sicherheitsniveau betrieben wird.* Wir legen jedoch größten Wert auf eine rasche und sachgerechte Information bei allen wesentlichen Vorkommnissen in der Anlage und erkennen das Interesse der Region an transparenter Information ausdrücklich an. Vor diesem Hintergrund unterstütze ich die Beteiligung der Region in der lokalen Überwachungskommission CLS. Der Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald ist in der CLS bereits vertreten. Die Vertretung der angrenzenden Region in der CLS und die Weitergabe der erhaltenen Informationen sollte zwischen den betroffenen Landkreisen und Gemeinden geregelt werden. Ziel muss es dabei sein, sicherzustellen, dass keine Informationsdefizite entstehen und eine rasche Weitergabe der Informationen sichergestellt wird.

  • Ihrem Vorschlag, das Kernkraftwerk Fessenheim einem

OSART-Sicherheitsvergleich durch die _IAEA _zu unterziehen, hat Frau Ministerin Gönner bereits in ihrem Schreiben vom 15.06.2005 zugestimmt.* Ich begrüße dieses Vorhaben. Eine entsprechende vertrauensbildende Maßnahme im Kernkraftwerk Philippsburg II hat sich bewährt.

Das Umweltministerium wird das Bundesumweltministerium in Kürze auffordern, Ihren Wunsch in die DFK einzubringen. Sollte die Angelegenheit von französischer Seite auf Widerstände stoßen, sage ich Ihnen zu, das Vorhaben im Rahmen der deutsch-französischen Gipfeltreffen weiterzuverfolgen. Abschließend möchte ich Ihnen versichern, dass die Landesregierung auch in Zukunft die Vorgänge im Kernkraftwerk Fessenheim genau verfolgen und alles daransetzen wird, die Interessen der betroffenen Bevölkerung in der Umgebung der Anlage gegenüber dem Bund und der französischen Seite mit Nachdruck zu vertreten. Dies ist mir auch persönlich ein wichtiges Anliegen.


Mit freundlichen Grüßen


Günther H. Oettinger MdL

10. August 2005

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