Quo Vadis Kritische Masse?
Aus Kritische Masse Wiki
Quelle: Der folgende Artikel erschien im Sommer 1991 in der Kritischen Masse Ausgabe Nr. 7 auf Seite 15 unten.
Quo Vadis Kritische Masse?
Sicher haben einige schon von unseren Mitgliedern nicht schlecht gestaunt, als ihnen dieser „erpresserische“ Fragebogen in der letzten Kritischen Masse begegnete. Unsere Drohung, daß nur noch diejenigen die kritische Masse erhalten, die uns antworten, hat immerhin bei fast 350 (knapp 10%) Menschen gewirkt.
Wir hatten ganz einfach das Problem, daß die Kritische Masse in den letzten Jahren kontinuierlich teurer wurde, vor allem durch steigende Portokosten. Schließlich war der Punkt erreicht, wo wir handeln mussten. Außerdem interessierte uns die Meinung unserer Leser, über die kritische Masse.
Verteiler verkleinert
Die erste Maßnahme ist also die Verkleinerung unseres Verteilers: Die Kritische Masse wird nur noch an die interessierten Mitglieder kostenlos abgegeben. Außerdem erhalten alle Jugendgruppen so viele Kritische Massen wie sie wollen: Für die Mitglieder der Gruppe, damit wir sie nicht jedem einzeln schicken müssen, und vor allem um damit Öffentlichkeitsarbeit zu betreiben. Als wir diese Probleme auf dem JaKoB diskutiert haben, taucht bald die Frage auf: “Für wen machen wir die kritische Masse eigentlich?“. Als wir unseren Leserkreis anschauten war klar: Für Jugendliche die am Natur und Umweltschutz interessiert sind – also eine Art Jugendaktionszeitung. Das wollen wir in Zukunft bei unseren Jugendgruppenberichten berücksichtigen. Also mehr darauf achten, das Ihr wißt, was man tun kann!
Zu großes Format?
Über die z. T. ausführliche und konstruktive Kritik auf den Fragebögen haben wir uns sehr gefreut. Gut taten vor allem die gelegentlichen Anfeuerungsrufe wie „Weiter so“, „Einfach Spitze“ . Revolutionäre Änderungen wurden eigentlich nicht gefordert, und wenn, hielten sich hier meist die gegenteiligen Meinungen die Waage: z.B. Fanden einige, es wären zuviele, etwa gleichviele hätten gerne mehr Jugendgruppenberichte gelesen, oder es wurde der „verschwenderische“ Umgang mit dem Platzt kritisiert, während andere für mehr Zwischenüberschriften und eine lockere Gestaltung. Am häufigsten wurde das große – unhandlich betitelte – Format kritisiert aber erstens gefiel anderen gerade das, und für uns gehört es einfach zum Gesamtkonzept der kritischen Masse, einen „Zeitungscharakter“ zu besitzen. Die Durchschnittsnote war übrigens überall „2“.
Neue Zielsetzung
Wie ihr feststellen werdet, findet ihr auch in dieser Ausgabe noch keinn Anzeigen, aber nachdem 59% für Anzeigen (so notwendig) und 34 für wenige Anzeigen waren, werden wir versuchen zumindest einen Teil unserer Kosten hierüber zu decken. Selbstverständlich werden wir uns dabei wie auch viele extra betonten, an den Zielen des BUND orientieren. Gefragt wurde auch Mitarbeitsmöglichkeiten bei uns: wir freuen uns über jeden! Wer näheres wissen möchte, ruft am besten mal in Stuttgart in der Geschäftsstelle an. Dort kann er erfahren, was wir gerade planen, brauchen können, welche Anforderungen wir an Artikel stellen und wann wir uns das nächste Mal treffen usw.
Mitarbeit
Ach ja, zu guter letzt noch: auf der Delegiertenversammlung im Februar wurde die Redaktion der kritischen Masse als Arbeitskreis in die Satzung der BUNDjugend aufgenommen und ich als AK-Leiter gewählt (Adresse s. Impressum). Ich bin seit der zweiten kritischen Masse dabei (damals war ich Zivi in Stuttgart) und studiere mittlerweile in Freiburg Chemie. Also - wir hoffen in Zukunft häufiger was von euch zu hören! (Dirk Badura)

