Sasolburg - Da bleibt einem die Luft weg
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Um die Welt (2) Da bleibt einem die Luft weg...
Ausländische Unternehmen, die sich in Südafrika niedergelassem haben, wie Öl-, Gas- und Kohleraffinerien, belasten die Einwohner durch eine extrem hohe Luftverschmutzung. Ein Beispiel bietet Sasolburg - bei den Bewohnern sind seit dem Einzug des Chemiegiganten Sasols schlimme Atemwegsinfektionen die Regel, Krebserkrankungen haben bemerkbar zugenommen. Der allgemeine Grund dafür sind die fehlenden Kontrollen der dortigen Maschinen, sie sind schlecht gewartet und die Technologien veraltet. Dadurch erzeugt die Industrie in Südafrika Unmengen an Abgasen, in Sasolburg lässt die petrochemische Industrie Emissionen in die Luft, die stark erhöhte Werte von Benzol, Vinylchlorid und Methylenchlorid enthalten und bei den Einwohnern Beschwerden wie Kopfschmerzen, Nasenhöhlenenzündungen, Asthma oder tränende Augen hervorrufen und auch das Krebsrisiko erhöhen.
Unfälle: 2000: Drei schwere Unfälle durch austretendes Gas. In einem Fall mussten ca. 200 Menschen - da sich der Unfallort an einer naheliegenden Schule befand, überwiegend Kinder - ins Krankenhaus eingewiesen werden. 2001: Bei einem Brand in einer Erdölraffinerie starben zwei Arbeiter.
Obwohl der Betriebsgewinn bei 2.5 Mio Dollar pro Tag liegt und Sasol zu den 50 weltweit größten transnationalen Chemieunternehmen gehört, wird kaum in die Maßnahmen zur Abgasreduktion investiert. Es geht mehr Geld in die Öffentlichkeitsarbeit als in Versuche, die bestehenden schlechten Umwelt- und Lebensbedingungen der lokalen Bevölkerung zu verbessern. Dies steht ganz im Gegensatz zu ihrer Anzeige „Wir investieren genauso viel in die Gemeinde wie in unser Benzin“. Die Polymerfabrik in Sasolburg belastet die Luft immer noch mit 42 000 Tonnen flüchtiger organischer Verbindungen, 22 000 Tonnen Schwefelwasserstoff und 26 000 Tonnen Schwefeldioxid jährlich. Es gibt eine Kampagne von „Friends of the Earth“, die diesem Treiben ein Ende bereiten will: Die Entwicklung von Monitoringsystemen, die technische Unterstützung und jährliche Berichte zur industriell verursachten Umweltverschmutzung uvm. sollen zum Ziel der Reduzierung der Umweltverschmutzung und zur Verbesserung der Lebensverhältnisse der Region führen.
Ronja Hohbach

