Wasser als Kriegsursache

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Quelle: Der folgende Artikel erschien im Februar 2004 in der Kritischen Masse Nr.50 auf Seite 10 rechts oben


Wasser als Kriegsursache

Gerhard Siegwart, Mitglied der Organisation NWWP ("network worldwide projects") informierte über die Bedrohung die von der wachsenden Knappheit des Rohstoffs Trinkwasser ausgeht. Während in vieler Munde noch der plakative Spruch "Kein Blut für Öl" ist, sieht Gerhard Siegwart die Kriegsursachen wo ganz anders. Charlotte Rapp, die den Arbeitskreis besuchte, erzählte:

"Gerhard Siegwart stellte Wasser als ultimativen Kriegsgrund dar. Sogar im Irakkrieg spielte das Wasser eine entscheidende Rolle. Im Irak gibt es viele Flüsse und Flüsschen, die von Coca-Cola und einer französischen Firma aufgekauft wurden. Da die Flüsse ihr Eigentum sind, haben sie alle Rechte für sie. Die Wartung des Trinkwasserversorgungssystems ist nicht mehr gewährleistet, die Wasserqualität wird schlechter und somit entsteht für die Einwohner ein Zwang Flaschenwasser zu kaufen.

Ein anderes Beispiel ist Bolivien, dort müssen viele Menschen einen großen Teil ihres Tagesgehalts zahlen, um an sauberes Trinkwasser zu gelangen. Tatsachen wie diese kommen aber nur sehr verschleiert oder gar nicht durch die Presse an die Öffentlichkeit. Dass die Wasserversorgung aus dem Bodensee von einem französischen Energiekonzern übernommen wurde, hat kaum jemand mitbekommen. Der Staat gibt die Rechte über Trinkwasserversorgung deshalb ab, weil die Wartung der Anlagen sehr teuer ist. Die geregelte staatliche Trinkwasserversorgung funktionierte gut, während sich Firmen nicht an die den städtischen Anlagen vorgegebenen Regeln halten müssen. So erzählte Herr Siegwart, dass in den USA in Regionen in Detroit zeitweise tatsächlich nur noch braune Brühe aus den Wasserhähnen kam. Mancherorts in Lateinamerika wurden Chipkartensysteme eingeführt, die Menschen zwingen, mit den selbstverständlich zuvor aufgeladenen Karten, ihr Wasser literweise zu kaufen. Die erstandene Menge reicht dann aufgrund des hohen Preises meist nur zum Trinken, Waschen ist kaum noch möglich. Gerhard Siegwart erklärte uns auch noch das System des Cross-Border-Leasings (siehe auch KM 48 s.15) und forderte uns auf, beteiligte Politiker anzusprechen, die Privatisierungsvorgänge publik zu machen und aufzupassen damit diese negative Entwicklung aufgehalten wird.."

Charlotte Rapp

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